Seit 1998 beschäftige ich mich beruflich mit Bioinformatik, also mit der Analyse, Organisation und Speicherung biologischer Daten (s.a. Wikipedia). In die Bioinformatik wurde in den 1990'er Jahren sehr grosse Erwartungen und sehr viel Geld gesteckt. Zum Teil wurden diese Erwartungen auch erfüllt, z.B. mit der Entschlüsselung des humanen Genoms im Rahmen des Human Genome Project, um nur ein highlight zu nennen. Um die Jahrtausendwende wurden deswegen und wegen dem allgemeinen Biotech-Hype an vielen Universitäten dedizierte Bioinformatik-Studiengänge gegründet. Wirtschaftlich hat sich die Bioinformatik allerdings als nicht sonderlich tragfähig erwiesen, so dass heute der Arbeitsmarkt für Bioinformatiker gesättigt sein dürfte. Nichtsdestotrotz ist die Bioinformatik eine hochinteressante Spezialisierung und erlaubt eine informationstheoretische Auseinandersetzung mit der faszinierenden Welt der Molekularbiologie.
top
Zum erstenmal kam ich mit der Bioinformatik während
meiner Diplomarbeit am Ende meines Informatikstudiums in
Berührung. Es handelte sich dabei um eine Kooperation
zwischen dem Lehrstul
für Rechnertechnik und Rechnerorganisation /
Parallelrechnerarchitektur und dem Lehrstuhl
für Mikrobiologie der Technischen Universität
München mit dem etwas umständliche Titel
Entwicklung von Heuristiken zum
computerunterstützten Alignment ribosomaler RNS-Sequenzen
unter Berücksichtigung ihrer
Sekundärstruktur. Sie war Teil des ARB Projektes,
für das damals bessere globale alignment Algorithmen
für die damit verwalteten rRNS-Sequenzen gesucht wurden
und ist
hier
als PDF abrufbar.